FASD – Seminarangebot
Fetal Alcohol Spectrum Disorder
Die Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) entsteht durch pränatale Alkoholexposition, also Alkoholkonsum während der Schwangerschaft. Alkohol ist ein Zellgift und gelangt ungehindert über die Plazenta zum ungeborenen Kind und kann die Entwicklung des Gehirns und anderer Organe dauerhaft beeinträchtigen. Bereits kleine Mengen können lebenslange Folgen haben. Dennoch fehlt es bis heute an einer flächendeckenden Aufklärung. Keine Mutter schädigt ihr Kind mit Vorsatz – häufig fehlt schlicht das Wissen über die Risiken.
FASD kommt 2-3 mal häufiger vor als die Autismus- Spektrumstörung. Internationale Zahlen gehen davon aus, dass rund 4-5% der Bevölkerung mit FASD leben. Aber nur ca. 1 % der Menschen mit FASD haben auch eine Diagnose. Häufig stehen Diagnosen wie ADHS oder Autismus im Vordergrund, da sich die Symptome ähneln. FASD ist eine lebenslange Behinderung die langfristige, individuelle Unterstützung bedarf und vor allem – ein verstehendes Umfeld.
Eine unsichtbare Behinderung
FASD ist eine unsichtbare Behinderung. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben keine körperlichen Merkmale und wirken auf den ersten Blick unauffällig, da sie häufig gute expressive Sprachfähigkeiten und einen IQ im Normbereich haben. Gerade deshalb werden ihre Schwierigkeiten häufig missverstanden und fehlinterpretiert.
Besonders betroffen sind die sogenannten Exekutivfunktionen – also die Fähigkeiten, das eigene Verhalten zu steuern, Impulse zu kontrollieren, Emotionen zu regulieren, Handlungen zu planen oder neue Informationen dauerhaft zu speichern. Herkömmliche Erziehungs- und Förderstrategien stoßen deshalb oft an ihre Grenzen. Nicht, weil Menschen mit FASD nicht wollen, sondern weil ihr Gehirn anders arbeitet.
In meinen Seminaren spreche ich deshalb häufig über die Haltung. Was wie vorsätzliches und steuerbares Verhalten aussieht, dem wir nur mit viel Konsequenz begegnen müssen, ist eigentlich das Symptom der Behinderung. Aber wenn Strafe und Konsequenz nicht funktioniert, müssen wir das Verhalten neu verstehen und den Blick von vermeintlichem Fehlverhalten auf die eigentliche Ursache richten. Wer FASD versteht, kann Erwartungen anpassen, neue Wege der Unterstützung entwickeln und die Lebensqualität aller Beteiligten nachhaltig verbessern.
Meine Seminare
Mit meinen Seminaren möchte ich dazu beitragen, FASD bekannter zu machen und wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich in die Praxis zu übertragen. Sie richten sich an Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien, Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, Kindertageseinrichtungen, Schulen sowie an alle, die Menschen mit FASD besser verstehen möchten. Außerdem kooperiere ich mit Dozent:innen aus den Bereichen Justiz, berufliche Teilhabe und mentale Gesundheit.
Die Inhalte reichen von den Grundlagen der FASD über Diagnostik und pädagogische Handlungsmöglichkeiten bis hin zu alltagstauglichen Strategien für ein gelingendes Miteinander. Dabei verbinde ich aktuelles Fachwissen mit langjähriger beruflicher Erfahrung und vielen praktischen Beispielen. Insgesamt richten wir den Blick auf unsere Haltung – also was können wir bei uns verändern, um die Situation zu verbessern. Wir suchen also nicht nach Tools um das Verhalten zu „reparieren“.
Internationale Zusammenarbeit
Seit einigen Jahren arbeite ich eng mit Jeff Noble aus Kanada zusammen. Gemeinsam entwickeln wir Projekte und machen bewährte Materialien und praxisnahe Werkzeuge für den deutschsprachigen Raum zugänglich, zum Beispiel „Versteh mich“, ein Tool für die Schule. Mein Ziel ist es, internationale Erkenntnisse mit den Erfahrungen aus der Praxis zu verbinden und dadurch Familien und Fachkräfte bestmöglich zu unterstützen.
Newsletter
Wenn Sie gelegentlich Neuigkeiten rund um FASD, Seminare und neue Projekte erhalten möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht. Ich verschicke nur dann einen Newsletter, wenn es wirklich etwas zu erzählen gibt.
FASD Eltern- Netzwerk
(Pflege-/Adoptiv-/Leibliche-) Eltern, die eine FASD Diagnose für ihr Kind befürchten, oder bereits bekommen haben, sind herzlich im FASD Eltern- Netzwerk Bochum willkomen. Dieses besteht aktuell aus ca. 20 Personen (Pflegeeltern), die sich gegenseitig in sämtlichen Fragen zum Thema Ämter und Behörden, pädagogische Alltagsthemen, Therapien, Schule, etc.. beraten. Die Treffen finden meistens alle sechs Wochen in Bochum statt. Sprecht mich an!



FASD Kunstausstellung vom 20.September bis 03. Oktober 2026 in Münster, Hansestr. 69 beim Netzwerk Pflegefamilien des VSE! Wir wollen mit dieser Ausstellung auf besondere Weise auf das Thema FASD aufmerksam machen und sowohl sensibilisieren, als auch einfach lachen, schmunzeln, erstaunt sein, sich verbunden fühlen und vielleicht auch weinen. FASD hat so viele Facetten und wir werden sie alle zeigen! Weitere Infos und die Anmeldung zum Download findet ihr unter www.fasd-kreativ.de
Ihr landet dann auf der Website der wunderbaren Ella Hübner, Kunsttherapeutin und Adoptivmutter und Initiatorin dieser Aktion!

Die Zahlen auf dieser Website sind aus folgenden Quellen:
- www.canfasd.com
- Spohr, Hans- Ludwig.: Das fetale Alkoholsyndrom: Im Kindes- und Erwachsenenalter (De Gruyter 2016)
- www.cdc.gov/fasd/data