FASD – Die fetale Alkoholspektrumstörung

FASD – Seminarangebot

Leben mit fetaler Alkoholspektrumstörung, kurz FASD – (Fetal Alcohol Spectrum Disorder)

Als Sozialpädagogin, syst. Familientherapeutin/Beraterin und Pflegmutter (Westfälische Pflegefamilie) eines betroffenen Kindes – ist FASD meine Herzensangelegenheit. In viele Seminaren und Fortbildungen habe ich mich über die Jahre mit dem Thema auseinander gesetzt. Im Mai 2024 habe ich nach einem 6monatigen Online- Kurs in Kanada das „CaregiverCS- Certificate“ bekommen, welches vielleicht vergleichbar mit der FASD- Fachkraft Qualifizierung in Deutschland ist.

Viel zu viele Schwangeren trinken Alkohol und schädigen damit den Embryo irreversibel, denn das Zellgift Alkohol rauscht ungehindert durch die Plazentaschranke und verbleibt 10 mal länger im Embryo. Und sehr erschreckend ist, dass der Alkoholkonsum in der Schwangerschaft mit Bildungsgrad und Alter steigt. Kaum jemand weiß, dass schon geringe Mengen Alkohol das Kind lebenslang schädigen kann. Keine Mutter tut dies mit Absicht und es fehlt an großen Aufklärungskampagnen. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für nicht genetisch bedingte geistige und körperliche Schädigungen. Immer noch werden in Deutschland jedes Jahr 10.000 – 20.000 Kinder mit fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) geboren. Insgesamt leben mindestens 1,6 Millionen Betroffene in Deutschland aber die Dunkelziffer ist immens und wird auf 70 – 80% geschätzt. FASD ist eine lebenslange Behinderung und nur wenige Menschen schaffen es, ohne Hilfe ihr Leben zu meistern.

Kinder mit FASD sind anders. In den meisten Fällen sind die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt, die es uns ermöglichen unser Verhalten an wechselnde Bedingungen anzupassen. Außerdem ist häufig der Teil des Gehirns betroffen, der die Impulse und Emotionen reguliert. Hinzu kommt, dass nur ein geringer Arbeitsspeicher zur Verfügung steht und Gerlerntes schnell wieder verloren geht. Diese Kinder (und Jugendlichen und Erwachsenen) brauchen liebevolle Bezugspersonen, die bereit sind neue Wege in der Betreuung zu gehen, getreu dem Motto – wenn etwas nicht funktioniert, versuche etwas anderes, auch wenn es unkonventionell und anders ist, als die gängigen Erziehungsmethoden. „Den Rollstuhl im Kopf“ mitdenken ist ein zentrales Anliegen in meinen Seminaren. Kinder mit FASD sehen normal aus und sprechen normal. Die Behinderung zeigt sich im Verhalten, welches häufig nicht repariert werden kann.

Durch die eigene Konfrontation mit dem unwissenden System aus Ärzt:innen, Therapeut:innen, Ämtern und Schule möchte ich durch Seminarangebote rund um das Thema FASD zur Aufklärung, zum angemessenen Umgang mit Betroffenen und letztendlich zur Prävention beitragen.

In meinen Seminaren gebe ich einen Überblick über die möglichen Herausforderungen, Diagnostik, Therapieansätze, pädagogische Konzepte und ich gebe Einblicke in das Leben mit einem betroffenen Pflegekind. Fragen Sie mich an!

Abschließend wird die Frage geklärt: „Nur ein Gläschen ist ok, oder?“ (Spoiler – natürlich nicht!)

FASD Eltern- Netzwerk

(Pflege-/Adoptiv-/Leibliche-) Eltern, die eine FASD Diagnose für ihr Kind befürchten, oder bereits bekommen haben, sind herzlich im FASD Eltern- Netzwerk Bochum willkomen. Dieses besteht aktuell aus ca. 15 Personen (Pflegeeltern), die sich gegenseitig in sämtlichen Fragen zum Thema Ämter und Behörden, pädagogische Alltagsthemen, Therapien, Schule, etc.. beraten. Die Treffen finden meistens alle sechs Wochen in Bochum statt. Sprechen Sie mich an!

Die Zahlen sind aus folgenden Quellen:

  • Spohr, Hans- Ludwig.: Das fetale Alkoholsyndrom: Im Kindes- und Erwachsenenalter (De Gruyter 2016)
  • Elsen, Dagmar: Alkohol in der Schwangerschaft – Die unterschätzte Gefahr (Schulz-Kirchner Verlag 2022)